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Keine Schüler, keine Fachkräfte, darbende Wirtschaft, schwindende Steuereinnahmen, Wegbrechen des Lebensstandards in der Fläche: Das ist der vorgezeichnete Weg, auf den sich die Gesellschaft längst begeben hat. Die Gründe dafür sind vielfältig. Die Bewerberzahlen nach Ausbildungsplätzen gehen stetig zurück. Infolgedessen nimmt der Schülerschwund an den beruflichen Schulen zu. Das bedroht zunehmend kleinere Schulstandorte im ländlichen Raum, weil die Vorgaben für Klassengrößen nicht mehr erreicht werden können. Was zur Folge hat, dass Ausbildungsbetriebe in diesen Regionen keinen Nachwuchs mehr finden – eine Spirale, die sich immer schneller nach unten dreht. „Um diesem Automatismus mit all seinen Folgen für den ländlichen Raum auszuhebeln, müssen die Vorgaben für Klassengrößen jetzt im ersten Schritt deutlich nach unten justiert werden. Wichtiger ist aber, flexible Lösungen bis hin zu Kooperationen zwischen einzelnen Schulstandorten zu erarbeiten, Lerninhalte durch digitale Unterrichtsformate zu transferieren, um so die Grundversorgung in der Fläche aufrecht zu erhalten“, sagt Joachim Maiß, Vorsitzender des Bundesverbandes der Lehrkräfte für Berufsbildung (BvLB).
Das gilt umso mehr, da Corona die Lage weiter verschärft hat. Denn seit zwei Jahren findet im Grunde viel zu wenig Berufsorientierung statt. Schulpraktika wurden und werden nach wie vor allzu oft ausgesetzt. Weshalb junge Menschen mit Blick auf eine mögliche Ausbildungswahl zögerlich sind.Berufliche Bildung ist Wirtschaftsförderung in der Fläche. „Um diese Aufgabe auch zukünftig in Wohnortnähe qualitativ hochwertig gewährleisten zu können und damit die Regionen wirtschaftlich attraktiv zu halten sowie gesellschaftlich zu stärken, ist es zwingend notwendig, dass alle für die berufliche Bildung zuständigen Akteure miteinander Lösungen finden, um langfristig der vorgezeichneten Entwicklung begegnen zu können. Auch mit Blick auf die Entwicklung neuer Berufsfelder muss es möglich sein, agiler zu agieren und mit geringen Schülerzahlen eine zukunftsgerichtete Ausbildung wohnortnah anbieten zu können“, sagt Maiß und verweist auf das BvLB-Positionspapier „Fachkräftesicherung durch die berufsbildenden Schulen“, das alle wichtigen Impulse zur Zukunftssicherung beinhaltet.

Hier der Link zum Positionspapier: Ziele & Positionen - BvLB Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung e.V.

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Die gerade von Prof. Klaus Klemm erstellte Studie „Entwicklung von Lehrkräftebedarf und -angebot in Deutschland bis 2030“ zeigt, dass der Lehrkräftebedarf in den nächsten Jahren noch viel dramatischer sein wird, als von der Kultusministerkonferenz (KMK) bislang angenommen. „Wir brauchen auch für den Bereich der beruflichen Schulen eine Initiative zur Lehrkräftegewinnung, da wir ansonsten Gefahr laufen, dass sich die ohnehin schon unzureichende Unterrichtsversorgung noch weiter verschlechtert“, so der VLB-Landesvorsitzende Pankraz Männlein.
Laut der Klemm-Studie wird für den beruflichen Bereich bis 2030 ein Einstellungsbedarf von rund 50.000 Lehrkräften ausgewiesen. Diese Zahl ist umso dramatischer, wenn man weiß, dass der Mangel sich vor allem auf einzelne berufliche Fachrichtungen, wie z. B. Elektrotechnik, Informationstechnik, Metalltechnik oder Sozialpädagogik, konzentriert. Wie dieser gerade in diesen Fachrichtungen bestehende Bedarf gedeckt werden soll, bleibt offen!
Die beruflichen Schulen brauchen für den Unterricht hochspezialisierte und gut qualifizierte Lehrkräfte, die nicht von jetzt auf gleich verfügbar sind – die Vorlaufzeit der Ausbildung liegt bei rund 8 Jahren! Von daher müssen zeitnah neben der Stärkung der universitären Ausbildung alternative Wege in das Lehramt an beruflichen Schulen entwickelt, evaluiert und beworben werden. Dies muss gelingen, soll auch auf mittlere Frist die Leistungsfähigkeit des dualen Berufsausbildungssystems und damit der Bedarf an qualifizierten Fachkräften für die deutsche Wirtschaft sichergestellt werden. Gleiches gilt für den großen Bereich der beruflichen Vollzeitschulen, wie beispielsweise FOSBOS, Fachschulen, Fachakademien.

 

„Eine wichtige Gelingensbedingung, um mehr junge Menschen für das Lehramt an beruflichen Schulen zu begeistern, ist eine spürbare Steigerung der Attraktivität der Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen an unseren beruflichen Schulen“, so Männlein abschließend.

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Der BvLB-Bundesvorsitzende, Joachim Maiß, fordert die Politik dazu auf, endlich Verantwortung zu übernehmen und den Schulen zum Start ins neue Schuljahr glasklare, nachvollziehbare Leitlinien an die Hand zu geben.
„Das chaotisches Durcheinander, das sich wie ein roter Faden durch das Krisenmanagement der Coronakrise zieht, verunsichert nicht nur Lehrkräfte und Schüler:innen. Die Politik darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen, indem sie jetzt Impfangebote offeriert und darüber hinaus alles andere Notwendige für eine sichere Schule aus dem Fokus streicht.“

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BvLB-Bundesvorsitzende, Joachim Maiß:
„Niemand kann im Moment sagen, wie sich die Pandemiesituation im Herbst ausprägen wird. Und gerade deshalb ist jetzt ein schnelles Handeln durch die Politik alternativlos. Unsere Schüler:innen haben in den letzten Monaten enorme Solidarität und viel Engagement im Distanzunterricht gezeigt.  Bund, Länder und Gemeinden müssen jetzt zeigen, dass ihnen die jungen Menschen in unserem Land wichtig sind.
Um nach den Sommerferien einen sicheren Start in das nächste Schuljahr gewährleisten zu können und dann nicht von der „vierten Welle“ ausgebremst zu werden, sind Luftfilter elementar. Damit können die Schulen zu möglichst sicheren Orten gemacht und der wichtige Präsenzunterricht gewährleistet werden.“

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Die Politik ignoriert beharrlich wissenschaftliche Erkenntnisse und setzt Lehrkräfte und Schüler:innen der beruflichen Bildung wissentlich Gefahren aus, indem Präsenzunterricht bis zu einer Inzidenz von 165 bei geteilten Klassen möglich bleibt, ohne für den nötigen und möglichen Gesundheitsschutz zu sorgen.

„Das Wissen darum, dass normaler Unterricht in Corona-Zeiten möglich ist, wenn die Politik nur endlich mal in den nötigen Gesundheitsschutz investieren würde, macht ein schnelles Handeln alternativlos. Neben der nötigen Impfung der Lehrkräfte gegen das Virus sowie einem Impfmarathon unter den Schüler:innen, sobald dies möglich ist, sind Spuckschutz und Luftfilter zwingend erforderlich, um sicheren Präsenzunterricht zu gewährleisten. Pro Klassenraum veranschlagen die Forscher auf Basis eines marktüblichen Angebots 3500 Euro für die Kombi aus Spuckschutz und Luftfilter. Angesichts der vielen Milliarden, die zur Stützung der Wirtschaft fließen, eine überschaubare Summe, um die Schüler:innen aus der Isolation des Distanzunterrichts herauszuholen und keine weiteren Defizite beim sozialen Lernen aufkommen zu lassen“, sagt Joachim Maiß, Vorsitzender des Bundesverbandes der Lehrkräfte für Berufsbildung (BvLB).

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